wilhelm genazino
«eine frau, eine wohnung, ein roman»


in frankreich gilt der in heidelberg wohnhafte genazino als italienischer autor. bei uns ist er als stadtflaneur bekannt geworden. ein schilderer der leben der angestellten, die zwischen bürowelt und selbstverwirklichungstraum leben. „herr weigand“ heisst der lehrling bei der speditionsfirma. mit seiner ersten freundin hat er ein sparkonto eröffnet, mit der zweiten verbinden ihn gespräche über literatur. weil horst bienek gerade am radio ein gespräch mit heinrich böll führt, kommt es nicht zur körperlichen begegnung zwischen weigand und gudrun. und linda verschwindet unvermittelt aus weigands leben. ein doppelleben führt der junge mann: tagsüber füllt er lieferscheine aus, nach arbeitsschluss ist er feierabendreporter eines lokalblatts, nachts schreibt er seine berichte über die italienische woche im kaufhaus hertie, über rex gildos signierstunde im plattenladen, über einen neuen film von peter alexander sowie über talentwettbewerbe in einer deutschen stadt der 60-er jahre, in der noch drei lokalzeitungen erscheinen. anke bonnagel, verkäuferin, will so schön singen wie caterina valente, angestellte leben ihre künstlerische seite aus, auch wenn nur halb gekonnt. wunderbare milieuschilderungen aus einer umgebung, in der redaktoren von eigenen romanen sprechen, die sie nie verfertigen. immerhin: der junge herr weigand wird den weg finden, er wird einen roman schreiben.

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