Tages-Anzeiger, Zürich, 6. April 2004


Green Henry und Agnes sind fast allein

Belletristik aus der deutschen Schweiz ist auf dem englischsprachigen Markt kaum zu finden. Englische Übersetzungen sind aber der Schlüssel zum Weltmarkt.

In Tel Aviv bei Steinmatzky an der Dizengoff Avenue: Peter Stamms Agnes ist da. Agnes heisst auch auf hebräisch Agnes. Peter Bichsels ‹Zur Stadt Paris› ist übersetzt. Agota Kristof ist mit zwei Bänden ihrer Trilogie ausgestellt. Soweit die aktuelle literarische Präsenz der Schweiz in hebräischer Sprache. Im renommierten Amsterdamer Atheneum Boekhandel liegt Urs Widmers «De geliefde van mijn moeder». Agota Kristof ist auch hier mit zwei Bänden präsent. Frisch und Dürrenmatt sind auch noch da. Und das Fräuleinwunder aus Basel. Einverstanden, Hebräisch und Holländisch sind keine Weltsprachen. Und die Buchmärkte sind in Israel und Holland vergleichsweise klein. Im englischen York: Wieder Peter Stamm, das Buch heisst auch hier Agnes und Green Henry von Gottfried Keller und wieder Agota Kristof mit The Notebook. Mehr literarische Schweiz ist nicht sichtbar.

Erica Benz-Steffen und Franz Cavigelli, beide bei Pro Helvetia, der Schweizer Kulturstiftung, zuständig für das Literarische, meinen, dass sich der englische und der amerikanische Buchmarkt generell wenig für Bücher aus dem deutschen Sprachraum interessierten. Der angelsächsische Buchmarkt verfüge über genügend Autorinnen und Autoren, die in den USA, in England, in Irland, in Südafrika, in Australien und Neuseeland, aber auch in der Karibik, in Indien und in afrikanischen Staaten schreiben. Komme hinzu, dass es derzeit viele starke Autoren in den USA gebe. Zudem sei das Interesse für die Schweiz im Ausland generell gering.

Englisch aber ist die Sprache der literarischen Lizenzverkäufer, die Sprache Frankfurts im Oktober. Englisch geniesst im Bereich der Übersetzungen gewissermassen eine Art Schaufensterfunktion. Englisch ist oft die Eintrittskarte zu weiteren Buchmärkten. Weshalb schaffen es die Autoren der deutschsprachigen Schweiz nicht in die englischsprachigen Listen? «Das hat mit der Lage in der Verlagslandschaft zu tun», heisst es bei Pro Helvetia. Amerikanische und englische Verlage kalkulierten viel schärfer als hiesige Verlage. Sie nehmen nur jene Titel auf, die in der Ursprungssprache und im Herkunftsmarkt bereits sehr gut gelaufen sind. ‹Gut› alleine genüge noch nicht. In New York und London werde nur auf den erwarteten Gewinn hin kalkuliert. Literarische Vermittlung stehe selten an erster Stelle. «Wir müssen heute damit leben, dass in den USA und England nur das hergestellt wird, was sich rechnet», sagt Erica Benz-Steffen.

Marianne Fritsch, bei der international tätigen Literaturagentur Liepman in Zürich für Lizenzen zuständig, kennt die Situation aus eigener Erfahrung. Sie hat Peter Stamms Agnes in vierzehn Ländern und in vierzehn Sprachen bei anderen Verlagen unterbringen können. Stamms Agnes ist bei Bloomsbury in englischer Sprache erschienen, sein Buch «Ungefähre Landschaft» wird demnächst zusätzlich zur deutschsprachigen Originalausgabe in sieben Sprachen aufliegen, der Verlag Other Press in den USA plant die Herausgabe des Buchs in englischer Sprache. «Es ist grundsätzlich sehr schwierig, deutschsprachige Autoren an englischsprachige Verlage zu verkaufen. Lektoren und Verleger in den USA und in England lesen selten Bücher in deutscher Sprache. Kommt hinzu, dass sich Lesende in den USA wenig um Autorinnen und Autoren kümmern, die nicht aus den Vereinigten Staaten stammen». Marianne Fritsch, früher bei Diogenes für Lizenzen zuständig: «Die Verlage im angelsächsischen Raum haben heute sehr wenig Raum für zusätzliche Autoren. Als Schlüssel zur Welt der Verlage ist Englisch eindeutig die richtige Sprache. Liegt eine Übersetzung eines Buchs in englischer Sprache vor, finden Lektorinnen und Lektoren in zahlreichen nicht-englischsprachigen Ländern eher den Zugang zum Buch». Synopsen und gutes Pressematerial in englischer Sprache sowie geeignete Fotos könnten den Eintritt in den internationalen zumindest Markt erleichtern.

Für Peter Stamm, Martin Suter und Zoe Jenny, die in englischer Sprache erhältlich seien, spreche, dass ihre Sprache «nicht zu barock» und die Stoffe international angesiedelt seien, so die Interpretation bei Pro Helvetia am Hirschengraben in Zürich. Und Agota Kristof? Die Härte und Exotik des Stoffes, die archaische Sprache seien Grund für die vielen Übersetzungen: Keine Autorin, kein Autor aus der Schweiz wurde in den letzten zwanzig Jahren so häufig übersetzt wie sie. In den Jahren 1990 bis 2000 gleich 56 mal! Gleich nach ihr folgt Zoe Jenny. Früher hätten sich kleine Verlage in den USA noch für Schweizer Literatur interessiert, erinnert sich Erica Benz. Das Interesse der wenigen kleinen habe sich aber verlagert auf Afrika und Asien. Und die zahlreichen University Presses spezialisierten sich auf akademische Stoffe, auf Sachbücher. Ruth Weibel, eine der beiden Leiterinnen der Literaturagentur Liepman, beobachtet den amerikanischen und englischen Buchmarkt seit langem schon: «In den USA wird der deutschsprachigen Literatur am ehesten dann Interesse entgegengebracht, wenn sie vom Holocaust handelt. Europas literarische Themen interessieren die Amerikaner eher wenig». Und Ricky Stock, Literaturagentin vom German Book Office in New York bestätigt: «Es ist zu beobachten, dass immer nur ganz bestimmte Themen eine reelle Chance auf Veröffentlichung in den USA haben. Die Titel, die in den letzten Jahren – sowohl im Sachbuch- als auch im Belletristikbereich – übersetzt worden und erschienen sind, handeln vornehmlich von Hitler, dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg. Von den belletristischen Texten wird generell ein außergewöhnlich hoher literarischer Anspruch gefordert».

Wo ist denn ausserhalb der Schweiz das Interesse für Literatur aus der Schweiz wach? Wenn man sich die Liste der übersetzten belletristischen Bücher anschaut, die von Pro Helvetia in den letzten drei Jahren finanziert wurden, dann wird schnell klar: Trotz Reserven der neuen EU gegenüber wird die literarische Schweiz im mittel- und osteuropäischen Raum derzeit bekannter. Das habe mit der Neugierde für den Westen zu tun und mit der jahrzehntelangen Abkapselung hinter dem früheren Eisernen Vorhang, sagt Erica Benz. Grosse Neugierde für die deutschsprachige Literatur stellt Marianne Fritsch auch in Spanien fest. Seit dem Ende der Ära Franco würden kontinuierlich sehr viele deutschsprachige Titel ins Spanische übersetzt.

Wer sind die Autorinnen und Autoren aus der Schweiz, die in letzter Zeit auch in den Sprachen Ost- und Mitteleuropas greifbar sind? Kurt Aebli in Rumänisch, Peter Bichsel in Mazedonisch, Polnisch, Rumänisch,  Beat Brechtbühl in Rumänisch, Rudolf Bussmann ebenfalls in Rumänisch, Dürrenmatt in Albanisch und Kroatisch, Litauisch, Tschechisch, Serbokroatisch, Slowakisch, Rumänisch, Max Frisch in Bulgarisch, Polnisch, Albanisch, Christian Haller in Rumänisch, Thomas Hürlimann und Zoe Jenny in Bulgarisch, Jochen Kelter in Lettisch, Hugo Loetscher in Tschechisch, Kurt Marti in Rumänisch, Mariella Mehr in Ungarisch, Gerhard Meier in Rumänisch, Paul Nizon in Russisch, Flurin Spescha in Polnisch, Peter Stamm in Polnisch, Martin Suter in Bulgarisch und Lettisch, Aglaja Veteranyi in Polnisch, Christina Viragh in Ungarisch, Robert Walser in Mazedonisch und Russisch, Urs Widmer in Bulgarisch. Hört man sich bei literarischen Übersetzern nach den Gründen dieses Booms um, dann wird hinter vorgehaltener Hand schnell folgende zusätzliche Erklärung nachgereicht: Weil Übersetzungen jeweils von deutschen, österreichischen und schweizerischen Kulturinstitutionen nach westeuropäischen Tarifen bezahlt werden, könnten Verlagshäuser im Osten für den Preis der Übersetzung (in der Regel CHF 6000.– bis 8000.–) gleich auch noch den Druck finanzieren. Die Satz-, Druck- und Bindekosten in den Ländern Osteuropas betragen einen Bruchteil der Kosten in der Schweiz.

Zeitgenössische deutschsprachige Literatur aus der Schweiz ist also in Osteuropa und in Spanien gut vertreten. Genügt aber die Beobachtung, wonach harte Kalkulation, fehlendes Interesse für europäische Themen und mangelnde Deutschkenntnisse bei Lektoren in England und in den USA gegen die Präsenz von Literatur aus der Schweiz in englischer Sprache spricht? Andere Interessen-schwerpunkte im Ausland bilden nur ein Element. Wer im Oktober durch die Messehallen in Frankfurt unterwegs ist, stellt fest, dass die Holländer, die Israeli und die Skandinavier in speziellen Ständen – und von fachlich gut ausgebildetem Personal begleitet – Übersetzungsbeispiele anbieten. Zwanzig Seiten in englischer Sprache von nicht wenigen – und auch wenig bekannten – Autoren aus den Niederlanden, aus Dänemark und Island sowie aus Israel, Zusammenfassungen ihrer Bücher in englischer Sprache, Rezensionen aus den grossen Zeitungen dieser Länder ebenfalls in englischer Übersetzung. Und dann noch gute Werbung in englischer Sprache im Internet. Vergleichbares bietet die Schweiz nicht an. Wer nicht aktiv anbietet, wird aber auch nicht zur Kenntnis genommen. Eine auf dem internationalen Parkett tätige Lobby für Schweizer Literatur fehlt. Eine Lobby in englischer Sprache!

The Swiss do not exist. Die Schweizer gibt es nicht. Zumindest nicht in übersetzten Beispielen, nicht in Zusammenfassungen, die Amerikaner oder Engländer lesen können. Am Stand von Pro Helvetia an der Frankfurter Buchmesse sind zwar jene Richtlinien in Prospektform zu haben, nach denen die Finanzierung von Übersetzungen erfolgen. Aber Beispiele fehlen. Das, was Charles Linsmayer vor einem Jahr in Genf und Solothurn in den Landessprachen der Schweiz zeigte, müsste in englischer Sprache vorliegen: Probeübersetzungen in Englisch für ein breiteres, interessiertes Publikum, das keine der Landessprachen der Schweiz kennt. Dazu Marianne Fritsch: «Übersetzungen alleine aber genügen nicht, es müssten wirklich literarisch hochstehende Übersetzungen sein, denn die Übersetzung eines belleteristischen Werkes in eine andere Sprache ist bis zu einem gewissen Mass auch eine Nachdichtung».

Wie kommt es heute zur Übersetzung eines deutschsprachigen Buches aus der Schweiz in eine andere Sprache? Ein Verlag im Ausland stellt Pro Helvetia ein Gesuch für die Finanzierung. Pro Helvetia als einzige Institution in der Schweiz, die systematisch und kontinuierlich literarische Übersetzungsförderung betreibt, hat zwar ein Budget von derzeit CHF 730 000 für Übersetzungen zur Verfügung, wovon aber mehr als die Hälfte im Inland bleibt, weil gemäss Auftrag der Stiftung Werke aus einer Landessprache in eine andere übersetzt werden. Kommt hinzu, dass dieses Budget auch für die Übersetzung von Büchern aus den Bereichen Geschichte, Architektur und Design verwendet wird. Für gezielte Werbemassnahmen im Ausland, ohne welche die Übersetzungs-förderung heute fast nicht mehr auskommt, sind so gut wie keine Mittel vorhanden, so steht in einem Dokument von Pro Helvetia.

The German Book Office (GBO) New York, Inc. heisst eine Gründung der Frankfurter Buchmesse aus dem Jahr 1998. Der Auftrag lautet: Literatur aus dem deutschen Sprachraum in den USA bekannt zu machen. Im Internet wirbt GBO mit Zusammenfassungen in englischer Sprache für einzelne literarische und Sachbücher, auch für Autorinnen und Autoren aus der Schweiz. Etwa 3000 Bücher würden pro Jahr aus dem Deutschen in 90 Sprachen übersetzt werden, sagt Ricky Stock, Direktorin von GBO. Doch nur wenige belletristische Werke schafften den Sprung auf den englischsprachigen Buchmarkt. Ricky Stock: «Um US-Lektoren einen möglichst umfassenden Überblick über deutschsprachige Neuerscheinungen zu verschaffen, stellt das GBO zweimal jährlich eine Rights List zusammen, die auf der Website veröffentlicht und an US-Lektoren verschickt wird. Ziel der Rights List ist es, Rechteinhaber deutschsprachiger Lizenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz darin zu unterstützen, ihre Titel bei geeigneten US-Verlagen zu platzieren. Buchempfehlungen aus der deutschsprachigen Schweiz erhalten wir sowohl von Pro-Helvetia als auch von den Verlagen». Als einzige Werke von in der Schweiz lebenden Autoren werden Melitta Brezniks «Umstellformat» und Martin R. Deans «Meine Väter» derzeit von GBO im Netz angepriesen.

«New books in German»: lautet der Titel einer zweimal im Jahr erscheinenden Publikation in England, die vom deutschen Auswärtigen Amt, vom Aussenministerium in Wien sowie von Pro Helvetia finanziert wird. Das Ziel der in 3000 Exemplaren aufgelegten Publikation lautet auch hier, Verlage auf  deutschsprachige Publikationen aufmerksam zu machen. New books in German wird weltweit auch an Bibliotheken und Universitätsinstitute versandt. Gegründet wurde New books in German nach einem Seminar in London im Jahr 1996, bei dem festgestellt wurde, dass Literatur aus dem deutschsprachigen Raum in den angelsächsischen Ländern kaum bekannt sei. Es sei damals festgestellt worden, dass der Zugang zur deutschsprachigen Literatur insbesondere deshalb erschwert sei, weil die deutsche Sprache in den Verlagshäusern der USA und in England kaum beherrscht werde, erinnert sich Erica Benz von Pro Helvetia.

Die Präsenz der Schweiz in den Unterlagen von New books in German ist dennoch gering. Immerhin: von Gabriele Alioth, Eveline Hasler, Franz Hohler, Milena Moser und Hansjörg Schertenleib können derzeit Probeübersetzungen bezogen werden. Der Grund für die magere Präsenz liegt darin, dass die aufgenommenen Titel direkt von den Schweizer Verlagen eingereicht werden müssen, die dafür eine Titelgebühr zahlen. Das wollen die meisten aber nicht. Aus diesem Grund finden sich nur wenige in der Schweiz publizierte Bücher in den Angeboten. Die Auswahl wird von unabhängigen Kommissionen getroffen, die den angelsächsischen Markt kennen. Von den wenigen Titeln, die von Schweizer Verlagen kommen, fallen auf diese Weise noch einmal einige raus. «Pro Helvetia macht bei diesen Projekten trotzdem mit», sagt Erica Benz. «Es ist immer noch günstiger, sich daran zu beteiligen, als ein eigenes Produkt herauszugeben. Immerhin ist der Verteiler gut und nicht nur auf den angelsächsischen Markt beschränkt. Für Verlage, die sich sonst gar nicht bemerkbar machen können, ist es wenigstens eine kleine Chance».

Wie anders da die Holländer vorgehen. «Ten Books from Holland and Flanders» heisst eine zweimal im Jahr erscheinende Publikation, bei der jedesmal zehn niederländische Autorinnen und Autoren in englischer Sprache vorgestellt werden. Biografie, Ausschnitte aus Rezensionen, Angaben zum Verlag und zu bereits verkauften Rechten gehören dazu. Herausgeber ist das «nederlands literair productie- en vertalingen fonds», das in Amsterdam ein Übersetzerhaus mit sechs kleinen Wohnungen bereit hält, wo ein Übersetzer bis zu zwei Monaten arbeiten kann. «Ten Books from Holland and Flanders» kommt auch auf Verlangen elektronisch ins Haus.

Nicht weniger aktiv «The Institute for the Translation of Hebrew Literature». Es wurde bereits 1962 gegründet. Unabhängige Experten wählen hier die Werke aus, die in andere Sprachen übersetzt werden sollen. Das Institut bietet fertig übersetzte Bücher an oder Auszüge, es nimmt aktiv teil an den Buchmessen von Frankfurt, Bologna, Madrid, Prag, Peking und New Delhi. Jedes Jahr wird ein Übersetzerwettbewerb für je eine andere Sprache veranstaltet, ausländische Medienschaffende, die Biografien oder Fotos von israelischen Autoren benötigen, können dies kostenlos erhalten, zweimal im Jahr erscheint ein Magazin, das sich «Modern Hebrew Literature» nennt. Es bringt Besprechungen, Übersetzungsbeispiele, Interviews und Artikel über Autoren.

Hier liegt der Unterschied: In der Schweiz wartet man auf das Interesse eines ausländischen Verlags. Man lässt sich bitten. Einzig der in Zürich domizilierte Verlag Diogenes hat eine aktiv auftretende Lizenzabteilung, die Werke deutschsprachiger Autoren ausländischen Verlagen anbietet. An einer Zusammenkunft von Autorinnen und Autoren aus der Deutschschweiz im Februar 2004 in Weggis hiess es, es sei die Zeit gekommen für eine aktivere Übersetzungsförderung von zeitgenössischer Literatur aus der Schweiz. Der Dachverband der Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS, Pro Helvetia, das Bundesamt für Kultur, Präsenz Schweiz, der kulturelle Auslandsarm des Aussenministeriums, der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband und Pro Litteris müssten zusammenspannen, wenn Literatur aus der deutschen Schweiz wirklich bekannt werden soll. Die Lobby für Literatur aus der Schweiz müsse geschaffen werden. Literatur aus der Schweiz müsse vermehrt im Radio und auf dem Bildschirm, im Internet sowie in englischer Sprache erhältlich sein. Dazu Erica Benz von Pro Helvetia: «Die Idee einer eigenen Broschüre mit Neuerscheinungen wird schon lange diskutiert. Das Projekt wurde aus gutem Grund verworfen. Die meisten wichtigen Deutschschweizer Autorinnen und Autoren erscheinen nicht in Schweizer Verlagen, sondern in Deutschland und Österreich. Sie werden von ihren Verlagen, die meistens grösser sind und über professionelle Lizenzabteilungen verfügen, gut vertreten. So bleibt nur ein kleines und bescheidenes Segment von Verlagen sowie Autorinnen und Autoren in der Schweiz, die im Vergleich zu den im Ausland verlegten weniger attraktiv sind für Übersetzungen. Die grossen bzw. mittleren Schweizer Verlage haben im übrigen ihre eigene schlagkräftige Lizenzabteilung. Ausserdem gibt es vier Sprachregionen, die zu berücksichtigen wären. Ich will damit sagen, dass die Marktverhältnisse in der Schweiz ganz anders sind als in den Niederlanden oder Skandinavien, wo es ‹geschlossene› Märkte gibt. Man kann deshalb dort greifende Modelle nicht einfach auf die Schweiz übertragen».
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